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annalive 02/2010

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

20 PRAXIS

20 PRAXIS OBERÖSTERREICH Die Teilnehmer des Workshops „Progress“ (von links nach rechts): Andreas Glaser vom niederösterreichischen Landes- und Pflegeheim Frohsinn, Karl Hauser vom Altenwohnheim Kitzbühel, Elisabeth Tuma vom Geriatriezentrum des Sozialmedizinischen Zentrums Süd in Wien Favoriten, der Referent Dr. Andreas Kattnigg, Christine Wondrak-Dreitler von Senecura Purkersdorf, Adelheid Bruckmüller vom Institut für Bildung und Gesundheit (IBG), Doris Kollar, Regionalleiterin der St. Anna-Hilfe für Oberösterreich, Regina Aigner vom Marienheim Klosterneuburg, Ernst Hörzing vom Seniorenheim Hellbrunn, Hildegard Menner vom Geratriezentrum Klosterneuburg und im Hintergrund Christine Hintermayer von der CS Betreuung zu Hause GmbH. EU-Projekt: St. Anna-Hilfe beteiligt sich an der Entwicklung einheitlicher Kennzahlen Sich international vergleichen können STADL PAURA / GMUNDEN – Qualität sichern und verbessern heißt zum Beispiel, dass sich Mitarbeiter anhand von Kennzahlen selbst bewerten und daraus lernen – so wie das bereits in Stadl Paura und demnächst in Gmunden praktiziert wird. Diese Kennzahlen zugunsten eines gemeinsamen Bewertungsmaßstabs für möglichst viele Länder zu vereinheitlichen, ist Ziel eines EU-Projekts. In Österreich haben dazu zwei Workshops stattgefunden, an denen sich auch die St. Anna-Hilfe beteiligte. Text: Elke Benicke/Foto: Kai Leichsenring Diskutieren, reflektieren, validieren: Die Führungskräfte verschiedener Träger von Alten- und Pflegeeinrichtungen aus allen Bundesländern Österreichs – darunter auch St. Anna-Geschäftsführer Klaus Müller und die Regionalleiterin für Oberösterreich Doris Kollar – haben sich zuletzt im April zum Workshop „Progress“ in Wien getroffen. Anhand von drei selbst gewählten Kennzahlen diskutierten und prüften sie, jeweils für die eigene Einrichtung, wie Verbesserungsmaßnahmen im Heimalltag konkret geplant und umgesetzt werden können. Die Teilnehmer waren sich bereits zu Beginn des ersten Workshops im November 2009 einig: Kennzahlen sind nicht einfach gut oder schlecht. Sie sind ergebnisorientiert, das heißt, sie dienen der Analyse und Steuerung von Verbesserungsmaßnahmen. Mit Kennzahlen arbeiten, bedeutet, sich Ziele zu setzen, die messbar und nachvollziehbar sind – sei es in der Pflege, der Lebensqualität von Bewohnern und Mitarbeitern, auf der Führungsebene, hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens oder in den Beziehungen zu Angehörigen, Partnern und Zulieferern. Der Bewohner profitiert „Unsere Mitarbeiter fühlen sich durch die Selbstbewertung anhand von Kennzahlen motiviert“, berichtet Doris Kollar, Regionalleiterin für Oberösterreich. „Schließlich kommen die dadurch verbesserten Abläufe auf direktem Weg unseren Bewohnern zugute!“ Zurzeit arbeiten die Pflegekräfte des Sozialzentrums Kloster Nazareth in Stadl Paura an ihrer zweiten Selbstbewertung; die erste lief im Jahr 2007. Im Haus St. Josef in Gmunden beginnt die erste Selbstbewertung im kommenden Herbst. „Darüber hinaus ist es gerade in Zeiten finanzieller Engpässe wichtig, anhand von allgemeingültigen Kennzahlen für nationale und internationale Vergleichbarkeit zu sorgen“, betont die Regionalleiterin. Feedback für die Veranstalter Durch den Workshop haben die Veranstalter selbst erfahren, welche Kennzahlen die jeweiligen Führungskräfte der Alten- und Pflegeheime für praxisund steuerungsrelevant halten. Und verfügen damit über das beste Feedback für eine praxisorientierte Weiterentwicklung der Kennzahlen. Mit vollem Namen nennt sich das EU-Projekt übrigens „Qualitätsmanagement durch ergebnisorientierte Kennzahlen – Zur Entwicklung von Benchmarking in Alten- und Pflegeheimen“. Es wurde vom Europäischen Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung koordiniert und von der Generaldirektion Beschäftigung mitfinanziert. Die E-Qalin GmbH ist Projektpartner für die europaweite Validierungsphase. Veranstalter und Koordinator für die Validierung in Österreich ist das Institut für Bildung und Gesundheit (IBG). ❑

21 PRAXIS OBERÖSTERREICH Arbeitseinsatz straffälliger Jugendlicher im Heim „Der soll wieder kommen!“ BAD ISCHL / BAD GOISERN – Geldstrafe oder Sozialdienst? Diese Frage stellt sich straffälligen Jugendlichen und deren Erziehungsberechtigten. Eindeutig für Sozialdienst spricht sich die Pflegedienstleitung von San Marco aus. In enger und erfolgreicher Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft Gmunden machen Mitarbeiter und Bewohner seit drei Jahren durchweg positive Erfahrungen mit den 14- und 15-jährigen Alkoholund Nikotinsündern. Text: Elke Benicke/Foto: Matthias Sams Im Bierzelt steigt die Stimmung. Alex* (15) sitzt zwischen seinen Kumpels und schwitzt. Ihm ist schwindelig von den vielen Menschen, dem Lachen und Lärmen und den drei Krügel Bier, die ihm sein älterer Bruder mitgebracht hat. Alex muss raus, sofort. Draußen stößt er mit einem Mann zusammen, der ihn an den Schultern festhält. Wenig später sitzt Alex auf der Polizeiinspektion. Alkohol und Tabak sind gemäß Jugendschutzgesetz erst ab dem 16. Lebensjahr erlaubt. Wer gegen diese Bestimmungen verstößt, wird straffällig. Sozialdienst statt Geldstrafe Statt einer Geldstrafe kann der Jugendliche auch einen freiwilligen sozialen Dienst ableisten. „Durch den Sozialeinsatz wird den Jugendlichen ihre Zuwiderhandlung deutlich“, erklärt Andrea Sams, Pflegedienstleiterin in Bad Ischl. „Da Geldstrafen ohnehin meist von den Eltern bezahlt werden, tragen sie eher wenig zur Einsicht bei.“ In den letzten drei Jahren, die das Haus San Marco schon mit der Bezirkshauptmannschaft Gmunden zusammenarbeitet, haben rund 20 Jugendliche ihre Strafe dort abgeleistet. Je nach Schwere des Delikts arbeiten sie fünf oder sechs Stunden. Je nach Jahreszeit und Bedarf räumen sie Schnee, erledigen Gartenarbeiten, reinigen Rollstühle oder entwirren Haftlockenwickler. Sorge um die eigene Oma Auch Alex hat sich für einen Sozialeinsatz im Haus San Marco entschieden. Pünktlich um acht Uhr meldet er sich in der Pflegedienstleitung. Begeistert ist er nicht. Während er einen Rollstuhl poliert, spricht ihn eine Bewohnerin an. Alex freut sich über die Ansprache. Gleichzeitig ist er schockiert, denn es ist sein erster Kontakt mit einem an Demenz erkrankten Menschen. „Ob das auch meiner Oma passieren kann?“, überlegt er sich. „Der soll wieder kommen!“, sagt die ältere Dame später zu Andrea Sams. Der Einsatz der straffälligen Jugendlichen läuft im Heim allgemein unter dem Schlagwort „Sozialdienst“. Warum dieser geleistet wird, ist irrelevant und wird auch nicht hinterfragt. Eine „positive Strafe“ Obwohl sie die Hintergründe kennen, sind auch die Mitarbeiter völlig unvoreingenommen. Besonders diejenigen, die selbst Kinder im Teenager-Alter haben, finden, dass es sich um eine sehr „positive Strafe“ handle, da sie die Jugendlichen zum Nachdenken über das Leben und die Menschen anrege. Dass der Sozialdienst nicht umsonst war, zeigen auch die Abschlussgespräche mit den Jugendlichen. „Noch nie hat sich einer beschwert“, berichtet Andrea Sams. ❑ *Name steht als Platzhalter für viele der straffälligen Jugendlichen mit Alkohol- oder Nikotindelikten. Arbeiten perfekt zusammen, wenn es um den Sozialeinsatz straffälliger Jugendlicher geht: Rafael Kinast, Verantwortlicher für den Jugendschutz auf der Bezirkshauptmannschaft Gmunden, im Gespräch mit Andrea Sams, Pflegedienstleiterin im Haus San Marco.

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