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annalive 02/2010

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

12 ANNA FORUM Alltag in

12 ANNA FORUM Alltag in einem Wohnbereich im Haus St. Josef, Gmunden: „Mir fiel auf, wie liebevoll die Bewohner von ihrem Zuhause sprechen – so, wie ich das auch aus unserem Haus kenne“, sagt Jutta Unger, Hausleiterin von St. Josef in Schruns. Vorarlberger Hausleiterin hospitiert in Oberösterreich Anders und doch eins Die St. Anna-Hilfe betreibt in Vorarlberg derzeit sieben, in Oberösterreich drei Altenpflegeheime und realisiert damit eine Unternehmenskultur in zwei sehr unterschiedlichen Regionen. Was ist gleich, was anders? Kann man voneinander lernen? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, reiste Jutta Unger, Hausleiterin von St. Josef in Schruns, im Februar für drei Tage nach Oberösterreich. Text: Jutta Unger/Foto: Inge Streif Gleich zu Beginn meiner Reise bemerkte ich – abgesehen vom oberösterreichischen Dialekt und einer gemütlicheren Mentalität – das grundsätzlich andere Aufnahme- und Finanzierungsverfahren. In Vorarlberg kann der künftige Heimbewohner frei für sich entscheiden, ob und in welche stationäre Langzeiteinrichtung er einziehen möchte. Informationen über das Angebot an Einrichtungen erhält er in den einzelnen Pflegeheimen, in der Bettenbörse oder anhand von Broschüren. Daraufhin stellt er – sofern nötig – einen Sozialhilfeantrag bei der Bezirkshauptmannschaft. Der Sozialhilfeverband entscheidet In Oberösterreich wendet sich der künftige Heimbewohner ausschließlich an den regionalen Sozialhilfeverband (SHV), der unserer Bezirkshauptmannschaft entspricht. Dort entscheidet eine pflegerische Fachkraft, die so genannte Casemanagerin, mittels eines Pflegebedarfserhebungsbogens, ob die stationäre Aufnahme in ein Pflegeheim nötig ist. Sollte sich diese nicht schlüssig aus den abgefragten Informationen ergeben, braucht das Amt eine zusätzliche schriftliche Begründung. Auch im nächsten Schritt handelt der SHV, meldet den Pflegebedürftigen in einer seinen Bedürfnissen entsprechenden Einrichtung an und bereitet die Aufnahme zusammen mit dem Betreffenden vor. Bei Bedarf wickelt der Sozialhilfeverband auch die Finanzierung ab. Überraschendes Engagement In ihrer organisatorischen Struktur hingegen sind sich die Häuser der St. Anna-Hilfe doch sehr ähnlich. In Oberösterreich ist die Regionalleiterin der unmittelbare Ansprechpartner für die Hausleitungen, in Vorarlberg ist es der Geschäftsführer. Sinnvolle Aktivitäten und die Einbindung in die Gemeinde sind hier wie dort wichtige Schwerpunkte im Heimalltag. Erstaunt hat mich die Anzahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter, die in den oberösterreichischen Häusern tätig sind. Auch die seelsorgerische Betreuung ist in Oberösterreich ein fester, sich selbst organisierender Bestandteil des Alltags, der von den verschiedenen Konfessionen gemeinsam getragen wird, während sie im Land Vorarlberg aufgrund des Mangels an Seelsorgern nur eingeschränkt möglich ist. In allen Häusern war spür- und sichtbar, dass den Mitarbeitern der einzelne Mensch wichtig ist und dass sich die Bewohner wohl fühlen. Im Gespräch mit Heimbewohnern fiel mir auf, wie liebevoll sie von ihrem Zuhause sprachen – so, wie ich das auch aus unserem Haus kenne. In solchen Augenblicken war ich stolz auf die verbindende Philosophie unserer St. Anna-Hilfe und ihre vielen engagierten Mitarbeiter. ❑

13 ANNA FORUM Jung und Alt trifft sich in der Suppenküche – hier in Tudora im Südosten von Moldawien. Blick in eine andere Welt Altenhilfe in Moldawien In den westlichen Ländern Europas werden zu Recht hohe Ansprüche an Pflege und Qualität in den Alten- und Pflegeheimen gestellt. Im Osten Europas hingegen hat sich die offizielle Altenhilfe oft noch kaum etabliert. Über private Kontakte reiste die Regionalleiterin der St. Anna-Hilfe für Oberösterreich, Doris Kollar, nach Moldawien. Sie berichtet von älteren Menschen, die in Lehmhütten, ohne Fließwasser, Heizung und sanitäre Einrichtungen leben, aber auch von den ersten Suppenküchen. Text/Fotos: Doris Kollar Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des real existierenden Sozialismus entstand im Jahr 1991 nicht nur ein neues, unabhängiges Land – die Republik Moldau oder Moldawien – sondern in Folge von Korruption und Bürgerkrieg ein Armenhaus in Europa. Ein Viertel der zuvor vier Millionen Einwohner ist ins Ausland abgewandert; in den Dörfern sind vor allem die älteren Menschen zurückgeblieben. Viele von ihnen leben von nur zwölf Euro Pension im Monat – die offiziellen Lebenshaltungskosten liegen bei mindestens 100 Euro! Älteren Menschen, die nicht zur Suppenküche kommen können, bringen freiwillige Helfer das Essen auf Pferdekarren ins Haus. „Für unsere Kinder“ Einer, der gegen das Elend in Moldawien kämpft, ist der Vorarlberger Jesuitenpater Georg Sporschill. Vor sechs Jahren hat er über die Privatstiftung Concordia ein Kinderdorf für 300 Sozialwaisen nach dem Motto „Für unsere Kinder“ errichtet. Bei einem Mittagessen des Soroptimist Clubs Traunsee erzählte er von Ion: Der moldawische Junge lebte in einer verfallenen Hütte, seine Eltern waren an Tuberkulose gestorben. Als er nicht mehr zur Schule kam und verwahrloste, organisierte ihm seine Lehrerin einen Platz im Kinderdorf in Pirita. Er hätte dort behütet und versorgt leben und lernen können. Aber er weigerte sich, im Kinderdorf zu bleiben, denn er musste seine gebrechliche Nachbarin Nadejda mit Wasser aus dem Dorfbrunnen, mit Mehl und Holz versorgen. Ion öffnete dem Pater und seinen Mitarbeitern die Augen für die verarmten und vereinsamten Senioren. So kam es, dass heute nach drei Jahren rund 2000 ältere Menschen durch 24 Suppenküchen im ganzen Land versorgt werden – nach dem Motto: „Für unsere Eltern“. Spenden für Sozialzentren Einige der Senioren kommen zu Fuß und verbringen anschließend Zeit beim gemeinsamen Singen und im Gespräch, spüren Zuversicht, dass sich in ihrem Land etwas ändert. Älteren Menschen, die ihre Hütte nicht mehr verlassen können, bringen freiwillige Helfer täglich warmes Essen und unterstützen sie in der Haushaltsführung und in pflegerischen Belangen. Da es kein ausgebautes Straßennetz gibt, müssen sie zu Fuß gehen oder mit Pferdekarren in die Dörfer fahren. Der Erfolg der Suppenküchen führte zum Aufbau von inzwischen zehn Sozialzentren, die zu 100 Prozent durch Spenden – zum Großteil aus Österreich – finanziert werden. In jedem Sozialzentrum gibt es eine große Küche, wo für über 100 Menschen Essen gekocht wird. Darüber hinaus steht den Tagesgästen eine Dusche und eine Waschmaschine zur Verfügung. Für pflegebedürftige Menschen sollen in jedem Sozialzentrum bald je zwölf stationäre Pflegebetten eingerichtet werden. ❑

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