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annalive 02/2009

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

12 DAS ANNA THEMA FORUM

12 DAS ANNA THEMA FORUM Pflegekräfte brauchen Zeit und Konzentration. Zum Beispiel fürs Medikamente-Richten. Mindest-Personalschlüssel in Vorarlberg führen zu Neueinstellungen Zusätzliche Pflegekräfte dringend gesucht Viele Vorarlberger Pflegeheime müssen zusätzliches Personal einstellen. Das ist die Konsequenz eines neuen Mindest-Personalschlüssels, den die Landesregierung im März beschlossen hat. Auch in der St. Anna-Hilfe werden neue Stellen geschaffen. Noch ist allerdings unklar, woher die neu einzustellenden Fachkräfte kommen sollen und wie sie gegenfinanziert werden. Text/Foto: Helga Raible Eineinhalb Jahre lang war im Ländle diskutiert worden, wie viele diplomierte Pflegekräfte ein Heim braucht und wie die Nachtdienste besetzt werden müssen. Die behördlichen Vorgaben ließen bisher großen Spielraum für Interpretationen und wurden lediglich durch die Heimaufsicht von Einzelfall zu Einzelfall präzisiert. Die neuen Personalvorgaben sollen eine einheitliche Bemessungsgrundlage schaffen. Landesweit werden dafür rund 95 neue Stellen erforderlich sein, so die verantwortliche Landesrätin Dr. Greti Schmid. Innerhalb von drei Jahren soll das neue System umgesetzt werden. In der St. Anna-Hilfe hat man sofort nach Bekanntgabe des neuen Schlüssels mit der Neuberechnung des Personalbedarfs begonnen. Zwei Aspekte waren dabei zu bedenken: Zum einen die Anzahl der erforderlichen „Pflegeleistungsstunden“, die sich nach den Pflegestufen der Bewohner berechnen lassen, und die Zahl der dafür erforderlichen Pflegekräfte. Zum zweiten war die Besetzung der Nachtdienste zu regeln. Vorgabe ist, dass auch in kleinen Häusern rund um die Uhr zumindest eine Pflegehelferin anwesend ist. Zudem muss der Träger sicherstellen, dass genügend diplomiertes Personal vorhanden ist und ein Risikomanagement durch diplomiertes Personal für die Nacht eingerichtet ist. Die endgültige Berechnung, wie viele Mitarbeiter neu eingestellt werden, steht noch aus. Zunächst war man auf rund 13 neue Stellen gekommen, bei ersten Berechnungen durch die Behörden zeigte sich aber, dass diese anders rechnen und auf deutlich mehr notwendige Personalstellen kommen. „Wir müssen mit den Behörden noch verschiedene Detailfragen klären“, sagt Anna-Geschäftsführer Klaus Müller. Positiv wertet Müller, dass mit dem neuen Personalschlüssel die Berufsgruppe der Heimhelferinnen neu eingeführt wurde, eine Qualifikation, die in vergleichsweise kurzer Ausbildungszeit erworben werden kann. „Das ist eine gute Chance für diejenigen Mitarbeiterinnen, die schon viele Jahre bei uns beschäftigt sind, bisher aber als ungelernt galten.“ Die Aufschulung dieser Mitarbeiterinnen könnte auch ein Problem lösen helfen, das Altenhilfeträger in Vorarlberg seit vielen Jahren haben: Auf dem Arbeitsmarkt stehen bei weitem nicht so viele Fachkräfte bereit, wie für die Pflege gebraucht würden. „Wie viele andere Träger werben wir seit langem auch in den Nachbarländern und stellen Leasingpersonal ein“, so Müller. „Aber der Mangel bleibt bestehen.“ Über die Heimhelferinnen könnte zumindest ein Teil des Bedarfes abgedeckt werden. Ein zweites Problem für die Träger ist die Frage der Finanzierung des neuen Personals. „Die derzeit geltenden Kostensätze decken den neuen Schlüssel nicht“, sagt der Geschäftsführer. Die Landesregierung habe zwar zusätzlich drei Millionen Euro für 2009 zugesichert. Wie diese Mittel verteilt werden, ist allerdings noch nicht bekannt. ❑

13 ANNA FORUM Vorarlberger Heime übernehmen Schweizer Einstufungssystem BESA kommt – und kommt gut an Schon seit längerem wird diskutiert, wie der Pflege- und Personalbedarf in Alten- und Pflegeheimen bestmöglich ermittelt werden kann. Da sich das ressourcenorientierte Einstufungssystem BESA nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Pilotprojekten in Vorarlberg bewährt hat, wird es seit 1. Januar flächendeckend eingeführt. Ausgehend von den Fähigkeiten, die die Bewohner mitbringen, werden klare Pflegeziele vereinbart und die erbrachten Leistungen erfasst. Langfristig soll BESA das derzeit noch übliche Pflegestufenmodell ersetzen. Text: Elke Benicke/Grafik: Curaviva Das Pflegesystem BESA stellt einen Paradigmenwechsel dar: weg von einer Defizit- hin zu einer Ressourcenorientierung. So sollen die Bewohner im Rahmen eines ausführlichen Gesprächs und anhand eines umfassenden Fragekatalogs ihre Bedürfnisse, Möglichkeiten und Beeinträchtigungen selbst einschätzen und formulieren. Ihrer Sicht wird jene der Pflegekräfte gleichberechtigt gegenübergestellt. Gemeinsam mit den Bewohnern legen die Pflegeverantwortlichen daraufhin die konkreten Ziele der Pflegemaßnahmen fest und überprüfen diese Zielvereinbarung regelmäßig. Bei kognitiv eingeschränkten Personen entfällt das direkte Gespräch; die Zielvereinbarung erfolgt in Absprache mit den Angehörigen. Sobald die Ziele festgelegt sind, lassen sich die erbrachten Pflegeleistungen anhand des BESA- Der Regelkreis von Liliane Juchli definiert die Pflege als zirkulären Prozess. Dieses Modell hat sich seit den 80er-Jahren durchgesetzt. Die Abbildung zeigt, welche Prozesse durch BESA-Instrumente unterstützt werden. Leistungskatalogs transparent in Rechnung stellen. „Damit hat man auch eine gute Dokumentation gegenüber Behörden und Angehörigen in der Hand“, bemerkt Karl Eugster. Der Heimleiter des Schweizer Pflegeheims Helios und seine Mitarbeiter arbeiten seit sieben Jahren mit BESA. „Vor vier Jahren, als die neue Software ins Spiel kam, hat sich das System nochmals markant verbessert“, erklärt der Schweizer Pflegefachmann. Bis 2010 alle geschult In den Vorarlberger Heimen geht es vorerst zwar lediglich um die Ressourcen und noch nicht um die beiden anderen BESA-Module „Leistungen“ und „Qualität“, „doch auch daraus lassen sich bereits qualitätsfördernde Ziele ableiten“, sagt Markus Schrott, Hausleiter im Pflegeheim Mariahilf in Bregenz. Vor der flächendeckenden Einführung von BESA in Vorarlberg lief das System als Pilotprojekt in verschiedenen Alten- und Pflegeheimen – mit bisher sehr guten Ergebnissen, wie Soziallandesrätin Greti Schmid (ÖVP) mitteilte. Sie kündigte an, dass bis Herbst 2010 alle Schulungen durchgeführt und die Heime mit der notwendigen Software ausgestattet sein sollen. Die externe Begleitung dieses Prozesses erfolgt laut Schmid über den Schweizer Pflegeheim-Dachverband Curaviva. Land und Gemeinden werden dafür von 2009 bis 2013 340 000 Euro aus dem Sozialfonds zur Verfügung stellen. Das neue System kommt an Nach einem ersten Informationstag hat Markus Schrott Anfang April an einem „Einführungstag für Haus- und Pflegeleitungen“ teilgenommen. Er steht dem neuen System sehr aufgeschlossen gegenüber: „Der Nutzen von BESA scheint größer als der Arbeitsaufwand, den so eine Neueinführung mit sich bringt!“ Gut gefalle ihm und seinen beiden Pflegedienstleiterinnen, dass bei der Ressourcenklärung sowohl die Sicht des Bewohners als auch die Perspektive des Pflegepersonals eine Rolle spielen. „Außerdem sind die Fragebögen so umfassend und detailliert strukturiert, dass man gar nichts vergessen kann!“ Mitte Mai hatten einige diplomierte Pflegekräfte seines Hauses ihre erste Schulung; weitere folgen im Juli und November. Die Einführung des neuen Systems in Vorarlberg erfolgt in verschiedenen Staffeln. Das Pflegeheim Mariahilf gehört zur ersten Staffel. Weitere Altenund Pflegeheime der St. Anna-Hilfe, zum Beispiel in Gaissau und Schruns, sind rund ein halbes Jahr später dran. ❑

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