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annalive 01/2015

Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

4 DAS THEMA Wie spreche

4 DAS THEMA Wie spreche ich mit und über Menschen mit Demenz? Wertschätzung, die sich in Worten widerspiegelt Die meisten Menschen mit Demenz fühlen sich in der Gesellschaft anderer Demenzkranker am wohlsten, denn sie sprechen dieselbe Sprache: Dementisch – einfache Sätze begleitet durch viel Gestik und Mimik. Im Laufe der Krankheit nimmt ihre sprachliche Kompetenz weiter ab, sie entwickeln eine Plappersprache. Lassen sich Pflegekräfte oder Angehörige dazu verleiten, in dieser so genannten Babysprache (auch Elderspeak) mit den Betroffenen zu kommunizieren, vermitteln sie wenig Wertschätzung. „Die gesprochenen Worte spiegeln die innere Einstellung des Gegenübers“, sagt Doris Kollar-Plasser, Regionalleiterin der St. Anna-Hilfe Oberösterreich. Im Folgenden legt sie dar, wie eine wertschätzende Kommunikation funktioniert und warum das Pflegeteam nicht nur achtsam mit, sondern auch über Menschen mit Demenz sprechen sollte. Text: Doris Kollar-Plasser/Fotos: Inge Streif

5 DAS THEMA Unangebrachte intime Kosenamen wie „Herzchen“ oder „gutes Mädchen“, ein höherer Tonfall, langsames Sprechen, verkürzte Sätze und einfache Wörter: Wenn unaufgeklärte Pflegepersonen und Angehörige im so genannten Elderspeak mit demenzerkrankten Menschen sprechen, gleicht das der Babysprache, die insbesondere Mütter mit ihren Babys pflegen. Vor allem die Verwendung von Personalpronomen im Plural wie „Sind wir bereit für unser Bad?“ oder „Wir gehen jetzt duschen!“ implizieren, dass der ältere Mensch nicht unabhängig selbständig handeln kann. Solche Botschaften können das Selbstbild und die Persönlichkeit des Menschen mit Demenz bedrohen. Pflegewissenschaftlerinnen um Kristine Williams untersuchten die Art der Kommunikation mittels Videoaufnahmen zwischen Pflegepersonen und 20 Pflegeheimbewohnerinnen mit Demenz. Die Reaktionen der älteren Menschen auf „normale“ Sprache und Elderspeak wurden in „kooperativ“ oder „mit Widerstand“ unterteilt. Bei mehr als der Hälfte der untersuchten pflegerischen Handlungen reagierten die Bewohnerinnen mit Widerstand auf Elderspeak. Miteinander sprechen Prinzipiell gilt: Ein wertschätzendes Gespräch mit demenzerkrankten Menschen findet statt, wenn ihre Gegenüber offen bleiben und flexibel auf Stimmungsveränderungen reagieren. Einfache Sätze und Gespräch über eine Bewohnerin • Zeigen Sie Respekt vor der erwachsenen Person und verwenden Sie in Teamübergaben den Familiennamen als Ansprache: Herr Mair oder Frau Müller. • Achten Sie bewusst auf ihre Wortwahl, wenn Sie über eine andere Person sprechen. • Reflektieren Sie: Wie möchte ich, dass über mich gesprochen wird? • Denken Sie an den Aufruf eines Menschen mit Demenz: „Ich bin immer noch derselbe Mensch!“ wörtliche Wiederholungen erleichtern den betroffenen Menschen das Verstehen. Beim Ausdruck von Gefühlen spielt die Mimik eine wichtige Rolle. Da Menschen mit Demenz ihre Aufmerksamkeit selten auf die Augenpartie oder den Mundbereich ihres Gegenübers richten, tun sie sich schwer, deren Emotionen zu erkennen. Menschen im fortgeschrittenen Stadium ihrer Demenz sind auf zusätzliche Wahrnehmung angewiesen. Dazu gehören verbale Gefühlsäußerungen, wie bestimmte Laute, Ausdrücke und Sprachmelodie, aber auch die nonverbale Kommunikation vermittelt durch Körperhaltung, Gestik und Berührung.

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