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annalive 01/2014

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

18 PRAXIS VORARLBERG

18 PRAXIS VORARLBERG Neubau des Pflegeheims Innermontafon ST. GALLENKIRCH – Die Standortfrage ist geklärt – das neue Pflegeheim Innermontafon wird auf dem Grundstück hinter dem alten Gebäude erstellt. Im kommenden Frühjahr soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, das neue Haus der St. Anna-Hilfe Ende 2015 bezugsfertig sein. Dann leben jeweils 16 Seniorinnen in einer der beiden Hausgemeinschaften, wo sie ihren Alltag im gemeinsamen Wohnbereich rund um eine großzügige Wohnküche individuell gestalten. Jeder Wohnbereich ist mit einer Terrasse und einem Balkon ausgestattet. Für rüstige Seniorinnen, die selbstständig, aber sicher leben möchten, stehen außerdem zehn heimgebundene Wohnungen zur Verfügung. Im Eingangsbereich des Hauses ist ein öffentliches Café geplant. Mit der Fertigstellung des neuen Pflegeheims Innermontafon wird das Seniorenheim Schmidt in Vandans stillgelegt. Die dortigen Bewohnerinnen siedeln nach St. Gallenkirch oder Bartholomäberg um. Denn auch in Bartholomäberg entsteht ein neues Haus der St. Anna-Hilfe. „Ich freue mich darauf, beide Baustellen zu betreuen“, sagt Florian Seher, der die Häuser in St. Gallenkirch, Vandans, Nüziders und Bartholomäberg leitet. ❑ Text: Elke Benicke/Plan: walser + werle architekten zt Neubau des Seniorenheims Bartholomäberg BARTHOLOMÄBERG – Um den Ansprüchen einer modernen Pflege und Betreuung auch weiterhin genügen zu können, ist ein Neubau des Seniorenheims Bartholomäberg unumgänglich. Im Verlaufe der vergangenen zwei Jahre haben Vertreterinnen der Gemeinde und der St. Anna-Hilfe daher immer wieder in Frage kommende Grundstücke geprüft und diskutiert. Nun steht fest: Das neue Haus mit Platz für 32 pflegebedürftige Menschen und den acht heimgebundenen Wohnungen für rüstige Seniorinnen wird gegenüber des Parkplatzes errichtet. „Die geklärte Standortfrage ist ein Meilenstein für die Gemeinde und für die Region“, freut sich Bürgermeister Martin Vallaster. „Das war ein längerer Prozess und wir sind froh, dass der Neubau jetzt näher rückt“, sagt Klaus Müller, Geschäftsführer der St. Anna-Hilfe. Im neuen Pflegeheim leben je 16 ältere Menschen in einer Hausgemeinschaft. Diese alltagsnahe Wohn- und Lebensform sorgt für Geborgenheit und Lebensqualität und ermöglicht insbesondere demenzerkrankten Menschen eine bessere Orientierung. Bis Februar läuft der Architekturwettbewerb, dann sollten die Ergebnisse vorliegen, sodass im Ortsmittelpunkt Frühjahr 2015 mit dem Bau begonnen werden kann. ❑ Dorfzentrum Festwiese Bartholomäberg Text: Elke Benicke Pflegeheim Grundstück

19 PRAXIS VORARLBERG Rückblick zum Wirtswechsel: acht Jahre Anna-Stüble Freundliche Worte zum Kaffee NÜZIDERS – Für die Bewohnerinnen des Pflegeheims und der heimgebundenen Wohnungen, aber auch für die Menschen aus dem Dorf ist das Anna- Stüble in den vergangenen acht Jahren zu einem zentralen Treffpunkt, einem zweiten Wohnzimmer und einem Ort der Feierlichkeiten geworden. Die Gäste genießen die selbstgebackenen Torten, freuen sich über die freundlichen Worte zum Kaffee, den Glühwein im Winter oder die Wanderer, die den Sommer über dort einkehren. Ende des Jahres geht Wirtin Ingrid Seidl in Pension: ein guter Anlass, Rückschau zu halten. Text: Elke Benicke/Fotos: Florian Seher „Ich wollte als kleines Mädchen immer ein eigenes Café haben und habe mir mit dem Anna-Stüble diesen Wunsch im Alter von 56 Jahren erfüllt. Das war in jeder Hinsicht eine Bestätigung. Ich habe auch die Leute im Haus acht Jahre lang begleitet. Es gab viele schöne Momente mit den Bewohnerinnen und viele Geschichten, die sie mir, zum Teil immer wieder, erzählt haben“, lacht Ingrid Seidl. „Da ist der ältere Herr, der noch alle Einzelheiten aus seiner Kriegsgeschichte weiß oder die ältere Dame, die mir täglich ihren Schulweg in der Steiermark beschreibt.“ Sie berichtet von einer Bewohnerin, die jeden Tag ihr Achtel Wein im Anna-Stüble trinkt, obwohl sie es auch in ihrer Hausgemeinschaft bekommen würde, von einer anderen, die sich mit weißen Handschuhen bekleidet ein Glas Prosecco gönnte und einer an Demenz erkrankten Frau, die einmal meinte, sie käme grade mit dem Fahrrad aus Salzburg und brauche schnell was zu trinken. „Ich habe keine Berührungsängste, habe die Bewohnerinnen auch gerne mal um Rat gefragt, zum Beispiel, wenn es um die Dekoration ging“, sagt Ingrid Seidl. Tanzende Seniorinnen und Herrenrunden Ins Anna-Stüble kommen nicht nur die Bewohnerinnen und Mieterinnen der heimgebundenen Wohnungen, sondern auch viele Leute aus dem Dorf. Vereine treffen sich hier, es gibt Mütterkreise Die Wirtin Ingrid Seidl hat sich mit dem Anna-Stüble einen Mädchentraum erfüllt, ihr Mann Bernhard hat sie dabei tatkräftig unterstützt. und Herrenrunden, alle zwei Wochen kommt die Seniorinnentanzgruppe und auch nach Begräbnissen finden sich die Trauernden oft noch im Anna- Stüble zusammen. Ingrid Seidl hat Geburtstage, Taufen, Jahrgangstreffen und silberne Hochzeiten ausgerichtet, auf Wunsch mit Musik. „Ein jährliches Highlight ist der Faschingsdienstag, wenn wir als einziges Café im Umkreis geöffnet haben. Dann ist hier Großbewirtung am Glühweinstand! – und die Bewohnerinnen reservieren sich ihre Plätze schon vorher.“ Ingrid Seidl hat das Anna-Stüble selbstständig geführt, die oft aufwändigen Torten täglich selbst gebacken. „Die gesamte Familie stand aber stets mit Rat und Tat hinter mir. Auch meine Aushilfe Marlene begleitete mich durch die vergangenen acht Jahre“, ergänzt Ingrid Seidl. Ingrid Seidl geht in Pension Zum Jahresende geht Ingrid Seidl in Pension. Ab Januar führt die St. Anna-Hilfe das Anna-Stüble mit neuen Mitarbeiterinnen. „Ich habe drei kleine Enkelkinder und möchte diesen neuen Lebensabschnitt nun mit meiner Familie leben und genießen“, erklärt sie. „An Silvester feiere ich meinen Abschied vom Anna-Stüble – das wird ein schöner Abschluss. Und natürlich komme ich in Zukunft immer gern auf einen Schwatz vorbei.“ ❑ Öffnungszeiten Anna-Stüble täglich von 14 - 18 Uhr sonntags außerdem von 8 - 12 Uhr Donnerstag: Ruhetag Viele Bewohnerinnen feiern ihre Geburtstage am liebsten im Anna-Stüble.

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