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annalive 01/2013

Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

6 DAS THEMA Die

6 DAS THEMA Die Zumutungen annehmen Im Kern geht es um die eine zentrale Zumutung, in der sich alle anderen bündeln. Sie anzunehmen fällt uns Menschen der Moderne besonders schwer. Es ist die Zumutung unserer Endlichkeit. Zwar ist das Leben als ganzes ein „Sein zum Tode“ und schon die Geburt „Sterbensanfang“, wie Philosophen und Dichter sagen. Doch im Alter werden die „Sterbenselemente“ unübersehbar, sei es in den körperlichen Beschwerden, sei es in der damit verbundenen Einschränkung der Möglichkeiten. Die französische Schriftstellerin Simone de Beauvoir beschreibt es so: „Treppen sind schwerer zu erklimmen, es dauert länger, Entfernungen zu überwinden, es ist gefährlicher, Straßen zu überqueren, und mühseliger, Pakete zu tragen. Die Welt ist voller Hindernisse und gespickt mit Drohungen.“ Noch bedrückender ist die Erfahrung des Todes Gleichaltriger, die uns nahe standen. Die Frage ist, wie wir mit dieser Herausforderung unserer Endlichkeit umgehen. Soll man zur „großen Verweigerung“ gegenüber dem Tod aufrufen? Oder zur Nicht-Beachtung? Oder zum Ertränken in Alkohol, Drogen und Psychopharmaka? Mediziner weisen darauf hin, dass der Verbrauch an Psychopharmaka bei alten Menschen besonders stark zugenommen hat, und vermuten, der Machbarkeitswahn stehe im Hintergrund: Man erträgt es nicht, im Alter weniger aktiv und erfolgreich zu sein als zuvor. Der Schriftsteller Peter Handke bringt es auf den Punkt, wenn er schreibt: „Man muss ein Einverständnis mit seiner Sterblichkeit erreichen, dann vermag der Tod keinem Tag mehr das Spiel zu verderben.“ Die Erfüllungen auskosten Der Nobelpreisträger Hermann Hesse spricht von den „Blumen“, die „im Garten der Greise“ blühen und an deren Pflege er früher kaum gedacht habe: „Da blüht die Blume der Geduld, ein edles Kraut, wir werden gelassener, nachsichtiger, und je geringer unser Verlangen nach Eingriff und Tat wird, desto größer wird unsere Fähigkeit, dem Leben der Natur und dem Leben der Mitmenschen zuzuschauen und zuzuhören, es ohne Kritik und mit immer neuem Erstaunen über seine Mannigfaltigkeit an uns vorüberziehen zu lassen, manchmal mit Teilnahme und stillem Bedauern, manchmal mit Lachen, mit heller Freude, mit Humor.“ Im Alter können wir offener werden für die leisen Töne, für das Geheimnis des Stillen und des Schwachen, das uns auch der Glaube erschließt, dafür, dass die Wurzeln des Steinbrech, so zart sie sind, die Felsen sprengen. ❑

7 DAS THEMA Für einen guten Start im neuen Zuhause Sich schon vorher kennenlernen Damit der Start in den neuen Lebensabschnitt gelingt, informiert sich die Hausleiterin bereits im Vorfeld über die Situation der Angehörigen, das Maß an Pflegebedürftigkeit und legt großen Wert auf ein gegenseitiges Kennenlernen. An einigen Standorten der St. Anna-Hilfe gehört auch ein Besuch im Noch-Zuhause der künftigen Bewohnerin dazu – zum Beispiel im Haus St. Josef in Schruns. Hausleiterin Jutta Unger berichtet. Text: Jutta Unger/Fotos: Felix Kästle Schon bei der Anfrage nach einem Dauerpflegeplatz in unserem Haus vereinbaren wir einen Gesprächstermin mit den Angehörigen und der künftigen Bewohnerin. Bei diesem ersten Aufeinandertreffen besprechen wir die momentane familiäre Situation, das Maß an Pflegebedürftigkeit und finanzielle Aspekte. Wir überreichen eine Mappe, die unter anderem den Heimvertrag, den Hausprospekt und Informationen über die benötigten Dokumente für die Aufnahme enthält. Die neue Bewohnerin und ihre Angehörigen bekommen eine feste Ansprechpartnerin zugewiesen. Bei diesem ersten Gespräch vereinbaren wir außerdem einen Termin für einen Hausbesuch bei dem älteren Menschen, um dort ein persönliches Gespräch mit ihm in vertrauter Umgebung zu führen. Meist erzählen uns die Seniorinnen, was ihnen am Herzen liegt oder Angst macht – so schaffen wir gemeinsam die Basis für ein gelingendes Leben im Heim. Alle Informationen aus diesem Gespräch bleiben vertraulich, dürfen nur mit dem Einverständnis des älteren Menschen weitergegeben werden. Der erste Kontakt Am Tag des Einzuges begrüßen wir die neue Bewohnerin und ihre Angehörigen herzlich und beziehen gemeinsam das Zimmer. Die Seniorin bekommt die nötige Zeit und Unterstützung, sich mit den eigenen Möbeln und persönlichen Gegenständen einzurichten. Daraufhin stellen wir sie und ihre Angehörigen nach und nach den anderen Heimbewohnerinnen und den Mitarbeiterinnen vor. Wir zeigen ihnen den Wohnbereich, eventuell auch den Garten, unsere Haustiere und besprechen den Speiseplan. Wichtig ist uns auch der Kontakt mit den Angehörigen, die unsere Ansprechpartner für die Dauer des Aufenthalts bleiben. ❑

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