Mediathek der Stiftung Liebenau
Aufrufe
vor 1 Jahr

annalive 01/2013

Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

12 DAS THEMA Beispiele

12 DAS THEMA Beispiele für einen gelungenen Umgang mit dem neuen Lebensabschnitt Kleine Aufmerksamkeiten mit großer Wirkung Der Umzug von der eigenen Wohnung ins Heim lässt sich nicht auf einen Tag beschränken. Schon im Vorfeld legen die Hausleiterinnen der St. Anna- Hilfe Wert darauf, die neue Bewohnerin und ihre Angehörigen kennenzulernen, ihre Fragen zu beantworten und Modalitäten zu klären. Nach dem Einzug sind es oft die kleinen Dinge die aus dem neuen Wohnraum ein Zuhause für den älteren Menschen machen – eine Hausleiterin, ein Hausleiter, eine Bewohnerin und ein Bewohner berichten. Texte: Florian Seher, Jutta Unger, Luise Sperger, Georg Schiel Fotos: Felix Kästle Sich verstanden fühlen Herr M. ist Frühaufsteher. Er genießt den Morgen und möchte noch vor dem Frühstück seine Runden im Wohnbereich laufen. Der ältere Herr legt außerdem großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres, auch in der Früh zwischen sechs und sieben Uhr. Als er nach seinem Einzug ins Heim feststellte, dass die Morgenbesprechung der Pflegenden in seine Aufstehzeit fiel und er erst um acht Uhr zum Duschen kam, fügte er sich zwar, war aber doch unzufrieden. Uns Pflegenden fiel sein Missmut auf. Gleich in der zweiten Woche nach Herrn M.s Einzug besprachen wir in einer Teamsitzung, wie die Situation für Herrn M. verbessert werden könnte. Wir haben daraufhin beschlossen, die Dienstzeit so zu gestal- ten, dass eine Mitarbeiterin schon vor der Morgenbesprechung kommt, um Herrn M. bei seiner morgendlichen Pflege zu unterstützen. Seitdem passt alles. Herr M. fühlt sich verstanden und freut sich, dass er als erster in seinem Wohnbereich duschen darf. Verantwortung übernehmen Frau Z. ist aufgrund einer psychischen Erkrankung mit 81 Jahren zu uns ins Haus gezogen. Es fiel ihr schwer, ihr Zuhause zu verlassen und eine neue Umgebung mit neuen Gesichtern anzunehmen. Kurz vor dem Umzug ins Heim verstarb noch ihre geliebte Katze und sie fühlte sich einsam und verlassen. Gleich beim Einzug stellten wir ihr unsere Haustiere – zwei Zwerghasen und eine Katze – vor. Frau Z. fand, dass unsere schwarze Angorakatze ihrer verstorbenen Katze sehr ähnlich sieht. Sie verbrachte viel Zeit mit ihr und schon nach wenigen Tagen kam sie mit dem Wunsch auf uns zu, sich der Katze annehmen zu dürfen. Seitdem sorgt Frau Z. für ihr Futter und verwöhnt sie mit Streicheleinheiten. Auf der einen Seite half ihr die neue Aufgabe, über den Verlust der eigenen Katze hinwegzukommen, auf der anderen fühlte sie sich durch die ihr übertragene Verantwortung von ihrer Umgebung angenommen. Sie blühte auf und freut sich jeden Tag auf „ihre“ Katze.

13 DAS THEMA Sich jeden Tag aufs Neue freuen Ich wohne im Seniorenheim Tschermakgarten. Es war schwer, mich von allem zu trennen, was mir lieb und wert war. Aber ich fühle selbst, dass ich nach zwei Herzinfarkten nicht mehr allein daheim bleiben konnte. Mein Sohn hat einen Platz für mich gefunden und führte mich hin. Ich hatte Angst, die ich aber verlor, als ich hier so freundlich und lieb empfangen wurde. Eine Pflegerin führte mich in ein Zimmer, das vor Sauberkeit strahlte; der Parkettboden glänzte wie ein Spiegel und ich setzte mich gleich auf die gemütliche Sitzbank. Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich ganz nah den Gebhardsberg mit seiner Kirche vor mir und da fühlte ich mich so geborgen wie daheim. Bald traf ich auch viele alte Bekannte. Im Heim selbst unternehmen sie viel, um uns alten Leuten eine Freude zu machen. Jeden Tag gibt es etwas anderes zum Freuen. Am Montag kommt die Fini Matt, spielt Gitarre und singt mit uns. Am Dienstag ist oft ein Lichtbildervortrag, zu dem auch Seniorinnen von außen kommen können. Am Mittwoch zaubert Walter Hämmerle auf seiner Harmonika so schöne Töne hervor, dass wir alle im Chor mitsingen. Jeden zweiten Donnerstag ist Spielenachmittag. Da kann man würfeln oder jassen, jeder wie er will. Im Sommer haben wir auch einige Ausflüge unternommen, mit dem Isarbähnle nach Bezau oder mit dem Schiff auf die Schweizer Seite hinüber. An solchen Nachmittagen vergessen wir all unsere Sorgen und Schmerzen. Abends bin ich dann sehr müde und gehe früh schlafen, schlafe selig und süß. Im Traum sehe ich das Paradies – und den Tschermakgarten, denn das ist der Vorgarten zum Paradies!

Hier finden Sie Impulse für den Alltag

Anstifter

Anstifter 3, 2019 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2019 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2019 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2018 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2018 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2018 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2017 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2017 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2017 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2016 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2016 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2016 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2015 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2015 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2015 der Stiftung Liebenau
Anstifter 3, 2014 der Stiftung Liebenau
Anstifter 2, 2014 der Stiftung Liebenau
Anstifter 1, 2014 der Stiftung Liebenau

Jahresberichte

Jahresbericht 2016 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2015 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2014 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2013 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2012 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2011 der Stiftung Liebenau
Jahresbericht 2010 der Stiftung Liebenau

Karriere/Akademie

Deine Ausbildung bei uns - Stiftung Liebenau
Dein FSJ/BFD bei uns - Stiftung Liebenau

Kirchliche Stellungnahmen

Die Stiftung Liebenau – eine Lebens- und Wesensäußerung von Kirche

Stiftung Liebenau Österreich

annalive 02/2018
annalive 01/2018
annalive 02/2017
annalive 01/2017
annalive 02/2016
annalive 01/2016
annalive 02/2015
annalive 01/2015
annalive 02/2014
annalive 01/2014
annalive 02/2013
annalive 01/2013
annalive 02/2012
annalive 01/2012
annalive 02/2011
annalive 01/2011
annalive 02/2010
annalive 01/2010
annalive 02/2009

Beteiligungen

BDS Flyer