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annalive 01/2012

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

4 DAS THEMA Von Anfang

4 DAS THEMA Von Anfang an dabei: die Angehörigen Die Dritten im Bunde Die Angehörigen haben einen hohen Stellenwert in den Häusern der St. Anna-Hilfe, sind sie doch meist die engsten Bezugspersonen der Bewohner und zugleich die wichtigsten Ansprechpartner der Mitarbeiter. Jeder Angehörige, sei es die Tochter, der Sohn oder ein anderer Nahestehender ist willkommen im neuen Zuhause des älteren Menschen, soll am Alltagsgeschehen teilhaben und darin seine Rolle finden. Als Partner im Pflegeteam der St. Anna-Hilfe kann er außerdem wesentlich zur Biografiearbeit beitragen und, wenn alle Beteiligten einverstanden sind, in die Pflegeplanung eingebunden werden. Eine kontinuierliche Information und Kommunikation fördern die Zusammenarbeit: Denn gelebte Sozialbeziehungen, insbesondere mit den engsten Angehörigen, tragen ganz wesentlich zu einer hohen Lebensqualität der Bewohner bei. Text: Klaus Müller/Foto: Felix Kästle

5 DAS THEMA Ein neuer Bewohner kommt nicht allein ins Heim. Üblicherweise begleitet ihn ein Angehöriger – die Tochter, der Sohn oder der Ehepartner, manchmal auch die Nichte, der Neffe oder ein Freund, jemand, der sich schon lange vorher Gedanken gemacht und die Entscheidung für eine bestimmte Einrichtung getroffen hat. Und auch wenn der Vertrag rein rechtlich nur zwischen dem Pflegebedürftigen und der St. Anna-Hilfe zustande kommt, handelt es sich doch um eine Dreiecksbeziehung, ein gegenseitiges Vertrauens- und auch Abhängigkeitsverhältnis zwischen Bewohner, Heim und Angehörigem. Ängste nehmen, Vertrauen wecken Der Einzug ins Heim ist weder für den neuen Bewohner noch für den ihn bis zu diesem Zeitpunkt pflegenden Angehörigen eine einfache oder schöne Sache. Zu der Angst des Bewohners, der noch nicht weiß, was ihn in seinem wahrscheinlich letzten Zuhause erwartet, kommen die Ängste der Angehörigen: Nicht selten hadern sie mit ihrer Entscheidung, den Pflegebedürftigen ins Heim „abgeschoben“ zu haben, fühlen sich schuldig, dass sie selbst diesen Dienst nicht mehr leisten können oder wollen. Und fragen sich: „Was tun, wenn sich meine Mutter im Heim nicht wohl fühlt?“ Der Hausleiter kann solche Ängste bereits im Erstgespräch nehmen oder mildern, wenn er sich verständnisvoll und an der Familiensituation interessiert zeigt. Zudem lassen klare Informationen über die geltenden Strukturen und Zuständigkeiten das neue Zuhause übersichtlicher und vertrauter erscheinen. So weiß der Angehörige, wer wofür Ansprechpartner ist und wann und wo er diese Person finden kann. Schwierige Situationen entschärfen Besonders schwierig gestaltet sich oft auch der Einzug ins Heim für Angehörige eines an Demenz erkrankten Familienmitglieds. Diese älteren Menschen reagieren oft aggressiv und ziehen sich demonstrativ von ihren Angehörigen und auch Mitarbeitern zurück, weil sie ihre Situation selbst nicht begreifen. Je weniger die Angehörigen über die Auswirkungen der Krankheit wissen, umso mehr distanzieren sie sich vom Heimgeschehen, was wiederum den Bewohner in seinen negativen Gefühlen bestätigt und eine Zusammenarbeit immer schwieriger macht. Die Mitarbeiter können solch eine Situation entschärfen, indem sie entsprechende Informationen zum Krankheitsbild geben und die Angehörigen behutsam über die Bedürfnisse des demenzkranken Familienmitglieds nach Orientierung und Nähe aufklären. Und sie so in den Heimalltag einbinden. Für eine konstruktive Zusammenarbeit Die neue Rollenverteilung und der unterschiedliche Wissensstand können auch noch im weiteren Verlauf des Heimaufenthalts zu Spannungen und Konflikten zwischen den jetzt im Heim pflegenden Fachkräften und den nur noch sporadisch pflegenden Angehörigen führen. Solch ein angespanntes Verhältnis belastet die Angehörigen ebenso wie die Pflegekräfte, am meisten aber den Bewohner. Für eine harmonische Beziehung und eine konstruktive Zusammenarbeit ist es daher wichtig, dass die Mitarbeiter auch nach dem Erstgespräch die Beziehung zu den Angehörigen pflegen, das heißt, Angehörigenarbeit leisten. Wichtige Aspekte derselben sind regelmäßige Informationen in Form von Broschüren, Vorträgen oder Tage der offenen Tür sowie eine regelmäßige Kommunikation, die durch Angehörigensprechzeiten oder Diskussionsabende ihren festen Rahmen erhält. Zum Wohle des Bewohners Alle Angehörigen mehr oder weniger in den Heimalltag und die Pflege zu integrieren, ist das Ziel der St. Anna-Hilfe. Denn gelebte Sozialbeziehungen, insbesondere mit den engsten Angehörigen, bedeuten zusätzliche Lebensqualität für die Bewohner. Darüber hinaus leisten die Angehörigen wertvolle Beiträge zur Biografiearbeit. Manch einer ist vielleicht überrascht, wenn er erfährt, dass den Bewohnern hin und wieder Wein zum Mittagessen angeboten wird, oder aufgebracht, wenn er die Zimmertür eines weglaufgefährdeten, älteren Menschen nicht abgeschlossen findet. Und wieder gilt es, miteinander zu sprechen, zu informieren und zusammenzuarbeiten. Schließlich soll jeder Angehörige vertraut sein mit dem Leben im Heim, soll seinen Platz finden, so dass er am Ende in vertrauter Umgebung Abschied nehmen kann von dem ihm nahestehenden Menschen. ❑ Beispiele für Angehörigenarbeit: • regelmäßige Informations- und Diskussionsveranstaltungen • aktuelle Broschüren • regelmäßige Angehörigensprechzeiten • öffentliche Begegnungsstätten im Pflegeheim, zum Beispiel ein Kaffeehaus • Umfragen unter Bewohnern und Angehörigen • Pflegeplanung unter Einbezug von Wünschen, Kritik, Anregungen und Anfragen der Angehörigen • Feste zu Geburtstagen, Jubiläen oder jahreszeitlichen Anlässen • Tage der offenen Tür • Angehörigenbeirat

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