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annalive 01/2011

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Lesenswertes aus der Stiftung Liebenau Österreich

6 DAS THEMA Ethische

6 DAS THEMA Ethische Anregungen für die Praxis Um Autonomie in der sozialen Arbeit geht es in einer Broschüre, die die Ethikkommission der Stiftung Liebenau für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herausgegeben hat. Das Heft mit dem Titel „Autonomie stärken“ bietet eine reichhaltige Materialsammlung zum Thema Selbstbestimmung, in der jede Leserin und jeder Leser das finden kann, was für sie oder ihn besonders wichtig ist. In einem theoretischen Überblick wird der Begriff der Autonomie in seiner philosophischen und historischen Entwicklung diskutiert und von Fremdbestimmung abgegrenzt – vom griechischen Wortursprung über die Morallehre Kants bis hin zu den Philosophen der Neuzeit, die Autonomie in Beziehung zum Anderen, zum Gegenüber neu definieren. Wie der Anspruch auf Autonomie in der Praxis umgesetzt werden kann, zeigen Fallbeispiele aus der Behinderten- und Altenhilfe – verschiedene Konfliktfälle, über die die Ethikkommission eingehend diskutiert und für die sie Lösungsvorschläge erarbeitet hat. Daraus werden Anregungen für die Praxis entwickelt, Kriterien und Leitlinien, die dazu beitragen sollen, die Autonomie der in den Einrichtungen der Stiftung Liebenau begleiteten Menschen zu stärken. Die Broschüre „Autonomie stärken“ steht auf der Website der Stiftung Liebenau (www.stiftung-liebenau.de) unter „Ethikkommission“ als pdf-Datei zur Verfügung. Sie kann außerdem bezogen werden über die Stiftung Liebenau Kommunikation, Telefon 0049 7542 10-1207 oder per E-Mail unter sl-kom@stiftung-liebenau.de. ❑ Text: Helga Raible Konsensfindung im „Ethik-Café“ Mitarbeiter in der Pflege stehen häufig vor schwierigen Entscheidungen: Autonomie? Oder Fürsorge? Lebensverlängernde Maßnahmen? Wie verhalten, wenn Essen oder Trinken verweigert wird? Zur Orientierung dient zunächst die eigene ethische Grundhaltung; auch werden solche Fragen bei der Übergabe oder bei Arztvisiten diskutiert. Immer häufiger äußern Mitarbeiter jedoch den Wunsch nach einer systematischen Entscheidungsfindung. Wenn es um Fragen der Ethik und Moral geht, stellt sich schnell heraus, dass jeder Mensch seine eigene Sichtweise, seine eigenen ethischen Grundsätze hat. Um sich im Team einig im Handeln zu sein, müssen die verschiedenen Perspektiven gebündelt und ein Konsensentscheid gefunden werden. „Verlierer“ darf es in einer solchen Debatte nicht geben, auch keine Abstimmung mit Mehrheitsentscheidung. Denn wer in ethischen Fragen nicht zustimmen kann, ist in seinen persönlichen Grundwerten betroffen. Wie ein solcher offener Austausch gelingen kann, zeigt ein Modell aus der Schweiz: In Zürich gibt es in vielen Einrichtungen „Ethik-Cafés“. Sie orientieren sich an den „Cafés philosophiques“, die sich seit 1992 von Paris aus auch auf andere europäische Länder verbreitet haben. Beiden Angeboten liegt die Idee zu Grunde, dass es sich bei Kaffee und Kuchen leichter über komplexe Fragen sprechen lässt, vor allem, wenn es sich bei den Teilnehmern um Laien handelt. Die „Ethik-Cafés“ richten sich speziell an Menschen, die in der Altenpflege arbeiten, oder an Menschen, die direkt betroffen sind. Vorrangige Aufgabe ist es daher, dem gesamten Betreuungs- und Pflegeteam mit den Leitungskräften einen offenen, am Konsens orientierten Austausch zu ermöglichen. ❑ Text: Doris Kollar

7 DAS THEMA Selbstbestimmter Alltag – eine tägliche Herausforderung Wenn Bewohner eigene Wege gehen Familiär soll sie sein, die Atmosphäre in einem modernen Pflegeheim, selbstbestimmt der Alltag des älteren Menschen. Dennoch ist es ungewöhnlich, wenn ein Bewohner das Sofa im Eingangsbereich dem eigenen Bett im Einzelzimmer vorzieht. Oder kurz mal in die frühere Wohnung gehen möchte, um dort nach dem Rechten zu schauen. Auf solche Sonderwünsche reagieren die Pflegekräfte flexibel und kreativ. Text: Doris Kollar/Foto: Felix Kästle Frau L.‘s Appetit spricht für sich Frau L. leidet an einer fortgeschrittenen Demenzerkrankung, die es ihr nicht ermöglicht, verbal zu kommunizieren. Sie hat keine engeren Angehörigen mehr und von ihrer Biografie ist wenig bekannt. In ihrer Erkrankung wird sie immer wieder von schweren Angstzuständen eingeholt. Bereits beim Einzug wehrte sich Frau L., ihr Zimmer im zweiten Stock zu betreten. Erst als sie sehr erschöpft war, gab sie nach. Es stellte sich heraus, dass sie auch nicht gern mit dem Lift fährt. Statt in ihrem Schlafzimmer zu bleiben, nahm Frau L. immer wieder auf der Couch im Eingangsbereich Platz, beschäftigte sich ausgiebig mit den beiden Therapiepuppen oder blätterte in der Zeitung. Hin und wieder wagte sie dort auch ein Schläfchen. Nach einigen Tagen fiel den Pflegekräften auf, dass Frau L. keinen Appetit mehr zeigte und immer weniger aß. Gleich in der nächsten Teamsitzung wurde vereinbart, dass Frau L. in das frei gewordene Zimmer im Erdgeschoss übersiedeln solle. Außerdem stellten ihr die Mitarbeiter ein Tischchen neben die Couch und boten ihr dort ihre Mahlzeiten an. Und tatsächlich: Frau L. isst wieder mit Appetit! Fortan verbringt sie den Tag meist auf ihrer Couch, wo sie sich zu beschäftigen weiß, ihre Mahlzeiten einnimmt und am Abend einschläft. Gegen Mitternacht lässt sie sich inzwischen ohne Widerstand von einer Pflegekraft in ihr Zimmer bringen. Frau M. lässt sich abholen Frau M. ist an Demenz erkrankt und lebt jetzt im Pflegeheim. Ihre frühere Wohnung liegt ganz in der Nähe. Eines Nachmittags beobachteten Mitarbeiter, wie sie sich auf den Weg zur Straße machte. Weil sie wussten, dass die ältere Frau nicht mehr selbstständig zurückfinden würde, folgten sie ihr. Frau M. ließ sich allerdings nicht zur Umkehr bewegen, sondern ging geradewegs zu ihrer früheren Wohnung und klingelte dort. Die neue Mieterin öffnete, und während die beiden Begleiter ihr den Sachverhalt erklärten, war Frau M. schon im Schlafzimmer und machte dort die Betten. Die neue Mieterin zeigte sich verständnisvoll und ließ die ältere Dame gewähren. Nach getaner Arbeit trat Frau M. zwar den Rückweg an, doch auf der Straße angekommen, wollte sie wieder in die Wohnung zurück. Eine Ärztin, die gerade vorbeifuhr, erkannte das Dilemma und bot Frau M. an, ein Stück des Wegs mit ihr zu fahren. Frau M. fand das sehr sympathisch. Sie ließ sich abholen, stieg ein und realisierte nicht, dass die Ärztin sie in die andere Richtung zurück ins Heim fuhr. Sichtlich erschöpft, wollte Frau M. dort sofort ins Bett und sich von den Aufregungen erholen. Als sie aufwachte, hatte sie ihren Ausflug schon vergessen. ❑

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